2003 - AEP

Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung im Jahr 2003

Gerade in Zeiten der Globalisierung und der zunehmenden Konkurrenz zwischen den Regionen um Arbeitsplätze, Infrastruktur und Lebensqualität ist die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen ein wichtiger Faktor für die Stärkung der Region – auch gegenüber übergeordneten Strukturen. Die Kommunale Allianz Biberttal-Dillenberg hat deshalb zusammen mit dem Planer-Team ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das Themen und Strategien aufzeigt, die als besonders wichtig eingestuft wurden und gemeinsam besser angepackt werden können.

 

Handlungsfelder aus dem AEP 2003, die die Ziele und Projektvorschläge aufzeigten:

Themenfeld Wirtschaft:

Zentrale Leitlinien

·         Im Rahmen einer privat-public-partnership aus Wirtschaft – Verwaltung – Politik in der Kommunalen Allianz Biberttal-Dillenberg beschreibt ein umsetzungsorientiertes Wirtschaftsleitbild die künftigen Anforderungen und den Handlungsrahmen. Parallel dazu ergeben sich leistungsfähige, vernetzte Strukturen der Akteure zur Wirtschaftsförderung und -entwicklung.

·         Zentrales Aufgabenfeld ist die aktive Betreuung der schon ansässigen Unternehmen (Bestandspflege). Dem direkten, kontinuierlichen Dialog zwischen Wirtschaftsförderung und Unternehmen kommt die zukunftssichernde Schlüsselrolle dabei zu.

·         Der Bekanntheitsgrad der Region Nürnberg mit ihren Innovationseinrichtungen wird durch unternehmerische Komplementärstrukturen für die Region in Wert gesetzt.

·         Maßnahmen der Bestandspflege nutzen durch zielgerichtete Koordination via Wirtschaftsförderung des Landkreises die Schlagkraft und Kompetenzen der Region Nürnberg zur Außendarstellung und Investorenwerbung.

·         Bildung und Weiterbildung beinhalten entscheidende Wettbewerbsvorteile und sind mit entsprechenden Vorortstrukturen zu sichern.

Als konkrete Projekte werden vorgeschlagen:

·         Vernetzung der regionalen Akteure über die Aufstellung eines Wirtschaftsleitbildes mit Wirtschaftsförderungs- und -entwicklungskonzept

·         Fortlaufende Bestandspflege mit z.B. Unternehmensbefragung, Seminarreihe, Unternehmerschule, etc.

·         Aufbau eines internetbasierten Wirtschaftsinformations- und beratungssystems

·         Schaffung eines wettbewerbsfähigen interkommunalen Gewerbeparks

·         zielgruppenorientierte Investorenwerbung

·         PayCard/Regiocard

·         Aufbau Kooperationspool Bildung und Qualifizierung mit z.B. Ausbildungskooperationen, branchenübergreifende Weiterbildung, Unternehmerseminare (Gründer), Binnenbesuche etc.

Themenfeld Infrastruktur

Die Kommunale Allianz hat sich zum Themenfeld Infrastruktur auf folgende Ziele geeinigt:

Erarbeitung einer gemeinsamen Position und intensive Mitwirkung bei der Fortschreibung

des Verkehrsentwicklungs- und des Regionalplanes.

Verbesserung der Situation im Individualverkehr durch engagiertes Mitwirken bei

der Vervollständigung des Verkehrswegenetzes.

Verbesserung der Situation im öffentlichen Personennahverkehr durch intensives

Mitwirken beim Ausbau und der Erweiterung des bisherigen Angebotes.

Einsparpotentiale auf möglichst vielen Ebenen ausschöpfen durch engere Kooperation

innerhalb der Kommunalen Allianz.

 

Als konkrete Projekte werden vorgeschlagen:

Vervollständigung des Radwegenetzes

Engere Kooperation der Bauhöfe

Einführung bzw. Weiterführung der Kosten- und Leistungsrechnung in kommunalen Betrieben (z. B. Bauhof)

Gemeinsame Ausschreibungen / Angebotseinholungen

Regelmäßige Treffs der Verwaltungsleiter zur Koordinierung und Verfestigung der interkommunalen Zusammenarbeit

Ermitteln der Outsourcing-Potenziale mit anschließender Umsetzung

Ermitteln der Möglichkeiten der gemeinsamen Beschaffung mit anschließender Umsetzung

Themenfeld Land- und Forstwirtschaft

Strategie

In 12 Entwicklungszielen werden die Chancen und Möglichkeiten einer zukunftsorientierten Entwicklung für die bäuerlichen Familienbetriebe in der Region zusammengefasst. Sie bilden im Kern folgende Schwerpunkte:

Die z. T. starke Bevölkerungsentwicklung und der nahe Ballungsraum sollen als Chancen wirtschaftlich genutzt werden durch Partnerschaften mit den Kommunen und den Menschen, mit Naherholern und vor allem den Verbrauchern.

Die bäuerlichen Familienbetriebe sollen nach Möglichkeit verstärkt in Planungsvorhaben der Gemeinden eingebunden werden.

Zur Verbesserung der Wege- und Flächenstrukturen sollen im Interesse der bäuerlichen Familienbetriebe bei Bedarf geeignete Maßnahmen angeboten werden.

Die Wertschöpfung in den Gemeinden soll durch Schaffung regionaler Kreisläufe (Nutzung von wegfallenden Handelsspannen zur Einkommensentwicklung für Landwirte und Lebensmittelhandwerker) verbessert werden. Direkt- und Regionalvermarktung verbessern zugleich die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger.

Mit dem Aufbau und der Nutzung neuer Absatz- und Betätigungsfelder (Tourismus, Naherholung, Kommunale Dienstleistungen, Erneuerbare Energien, Direkt- und Regionalvermarktung) sollen Haupt- und Nebenerwerb an der Zukunftsfähigkeit ihrer Betriebe mitarbeiten.

 

Als konkrete Projekte werden vorgeschlagen:

Mit insgesamt 19 konkreten Projektvorschlägen liegen erste Ansatzpunkte für die zukünftige Umsetzungsarbeit vor. Die Realisierung erfordert die aktive Beteiligung sowohl der bäuerlichen Familienbetriebe als auch der Fachbehörden und der Kommunen.

Einrichtung einer Beratungsstelle zum Thema Erneuerbare Energien

Aufbau und Betrieb einer Rapsölpresse

Einrichtung eines land- und forstwirtschaftlichen Planungsbeirates

Wiederinbetriebnahme einer stillgelegten Brauerei

Themenfeld Tourismus-Naherholung-Freizeit-Lebens(raum)qualität

Die Strategie

Die Region profiliert sich als attraktive Erholungs- und Erlebnislandschaft mit besonderen Angeboten zum Thema „Spielen“. Dabei stehen nicht nur die Gäste aus Nah und Fern im Mittelpunkt. Es soll ein attraktiver Lebensraum ganz besonders auch für die Einwohner – und die, die es werden wollen – geschaffen werden. Durch die Schaffung von profilorientierten Angeboten, deren optimale Verknüpfung untereinander und ihre professionelle Vermarktung kann zudem eine Besucherlenkung erreicht werden, die einerseits den Attraktionen und Veranstaltungen Publikum „zuführt“ und andererseits die sensiblen Bereiche schützt.

Bis zum Bestehen einer verbindlichen Struktur sind vor allem die Kommunen und ihre Organe gefordert, die vorgeschlagenen Maßnahmen anzupacken und ihre Umsetzung zu initiieren.

Projekte zur Umsetzung der Strategie

·         Schaffung von attraktiven Spielräumen und Spielplätzen, die regionale Besonderheiten aufgreifen und viel Gelegenheit für die Kreativität der Kinder bieten (z.B. Abenteuer Wasser, Historie, Sand, Bauernhof)

·         Erlebnisrouten durch die Region (zu Fuß, per Rad oder „hoch zu Ross”), die wiederum Gästen und Einheimischen die Augen öffnen für die Besonderheiten vor der eigenen Haustür

·         Aufstellung eines regionalen Ferienprogramms

·         Zirndorf ist Mitglied der „Deutschen Spielzeugstraße”. Die gesamte Region sollte sich mit thematischen Aktionen einbringen.

·         Erstellung eines gemeinsamen Veranstaltungskalenders

·         Präsentation der Region im Internet, im Katalog des Gebietsausschusses „Romantisches Franken”, u.a. Medien

·         Veranstaltung von Spiel- und Sportveranstaltungen auf regionaler Ebene



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